Zum Uhlbergturm und auf dem Fratzenweg: Albvereinler wanderten im nördlichen Schönbuch

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Bei plötzlich einsetzendem Regenschauer bestiegen 17 Wanderer der Ortsgruppe Bad Urach den Bus und fuhren zu einer Halbtagswanderung in die nördliche Schönbuchregion. Im Laufe der Fahrt hörte der Regen zur Freude aller auf. Vom Wanderparkplatz Uhlberg in Plattenhardt ging es in Richtung Uhlbergturm. An Stelle des direkten Weges wählte man eine etwas ausgedehntere und ruhigere Variante. So lief man auf schönen breiten, geschotterten Holzabfuhrwegen durch den herrlichen Hochwald mit seinen beeindruckenden Buchen- und Eichenbeständen. Selbst ein kurzer Regenschauer konnte die Eindrücke nicht schmälern. Im Jahre 1972 wurde das Kerngebiet der Schönbuchregion zum ersten Naturpark in Baden Württemberg erklärt. Der 156 km² große Naturpark spielt eine wichtige Rolle als Rückzugsgebiet für sonst in der Region selten gewordene Pflanzen und Tiere. Vom Bund Deutscher Forstleute wurde dem Schönbuch der Titel „Waldgebiet des Jahres 2014“verliehen.

Der im Schönbuch lagernde Stubensandstein wurde einst für viele Bauwerke vergangener Jahrhunderte, beispielsweise Kloster Bebenhausen, Reutlinger Marienkirche, Kölner Dom, u.v.m. verwendet. Für die Restaurierung des maroden Ulmer Münsters soll er jetzt wieder abgebaut werden.

Der weitere Weg führte über die Uhlberghalde durch die Gärten der Gartenfreunde Bonlanden e.V. in den man üppig gefüllte Obstbäume bestaunen konnte. Nach etwa 3,5 km und einem kurzen, aber kräftigen Anstieg erreichte man die Hochfläche des Uhlbergs. Dort wurde man für die Mühen mit einer schönen Aussicht belohnt. Die meisten Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen den 25 Meter hohen Uhlbergturm mit seinen 127 Stufen zu besteigen. Von dort oben hatte man eine gute Fernsicht mit Blick auf die Aichtalbrücke, sowie über die Filderebene bis hin zum Albtrauf. Immer wieder war man erstaunt ein bekanntes Objekt, wie den Hohen Neuffen, die Achalm oder die Ruine Reußenstein, entdeckt zu haben. Der Turm wird von der Ortsgruppe Plattenhardt gepflegt und betreut. Es ist bereits der dritte Turm. Er wurde 1963 gebaut und eingeweiht, nach dem zwei Vorgängertürme aus Holz, aus den Jahren 1890 und 1903, wegen Käferbefall abgerissen werden mußten.

Nach einer ausgiebig genossenen Aussicht ging es weiter auf dem Fratzenweg nach Neuenhaus. Ein Neuenhauser Holzkünstler und Töpfer hat den Fratzenweg geschaffen. Die Idee entstand, nach dem er vom Albverein gebeten wurde, den drei Meter hohen Stumpf des gefällten Mammutbaums am Uhlberturm zu bearbeiten. Seitdem steht neben dem Turm ein hölzerner Wandersmann, der die Ausflügler begrüßt. Dies Vorhaben brachte den Künstler aber auch auf die Idee in ausgewählten, lebenden Bäumen entlang des Weges Baumgesichter (Fratzen) zu schnitzen. 36 Gesichter mit unterschiedlichsten Mimiken, teils grimmig oder lustig, fröhlich oder furchterregend dreinschauend hat er inzwischen geschaffen.

Am Ende des Weges kam man an dem Haus des Künstlers vorbei und konnte dort nochmals seine ausgestellten Werke bewundern. Im Gasthaus „zum Uhlberg“, gleich um die Ecke, kehrte man ein und ließ den Tag in gemütlicher Runde ausklingen.

 

Christian Kreitz

Halbtageswanderung zum Uhlbergturm

Am Sonntag, den 07. September 2014 bietet die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins Bad Urach eine Halbtageswanderung in den nördlichen Schönbuch an. Vom Wanderparkplatz Uhlberg in Plattenhardt geht es auf gut ausgebauten Waldwegen zum Uhlbergturm. Dort hat man eine schöne Aussicht über das Aichtal und die Filderebene. Die letzte Etappe geht auf dem Kunst- und Fratzenweg nach Neuenhaus, dem Wohnort des Holzkünstlers. Am Rand des Weges befinden sich Bäume, in die teils lustig oder gruselig, teils fröhlich aber auch furchterregend anmutende Gesichter geschnitzt wurden. Abschließend ist eine Einkehr im Gasthaus zum Uhlberg mit gemütlichem Ausklang vorgesehen.

Die gesamte Wanderstrecke beträgt ungefähr 5,5 km. Gutes Schuhwerk sowie Wanderstöcke sind empfehlenswert. Gäste sind wie immer willkommen.

Abfahrt ist um 13:30 Uhr am Omnibusbahnhof in Bad Urach. Weitere Zusteigemöglichkeiten bestehen um 13:25 Uhr am E-Werk und 13:35 Uhr beim Café „Beck“ in der Braike. Die Rückkehr wird voraussichtlich gegen 19:00 Uhr sein.

Anmeldung beim Reisebüro Birkmaier in Bad Urach bis Freitag, den 29. August 2014. Weitere Auskünfte erteilt Wander  führer Christian Kreitz, Tel. 07125/3157.

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Rückblick: Durchs wildromantische Magentäle

 

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Albverein wanderte auf der Ostalb

Bad Urach. Unbeeindruckt von der unbeständigen Wettervorhersage machten sich am letzten Sonntag im Juli eine kleine Gruppe mit elf gut gelaunten Wanderern der Ortsgruppe Bad Urach auf den Weg zu einer Tageswanderung in die Ostalb.

Fahrziel war der zu Geislingen an der Steige gehörende Teilort Eybach. Startpunkt war die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, in die man wegen eines Gottesdienstes nur eben im Vorbeigehen einen kurzen Blick hinein werfen konnte. Beeindruckend war das an der östlichen Außenmauer angebrachte überdimensionale Christophorus-Fresko. Der Weg führte zunächst ein Stück mit leichtem Anstieg durch das Roggental. An der „Unteren Roggenmühle“ zweigte der Weg ab und führte durch das urige und wildromantisch wirkende Magentäle bergan auf die Hochfläche. Wegen der zurückliegenden Regenfälle war auf den etwas rutschigen Wegen Achtsamkeit geboten. Das Magentäle ist eine Felsenschlucht, die seit 1978 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und seit vielen Jahren nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt wird. Unterwegs blieb man immer wieder stehen um die naturbelassenen Hänge mit seinen beeindruckenden Felsen zu bewundern.

An der DAV-Hütte der Sektion Brenztal angekommen gab es eine kleine Rast im Freien, bei der man für den weiteren Weg wieder frische Energie tankte. Über Steinenkirch ging es weiter zu der ehemaligen Burg Ravenstein, deren Existenz nur noch mit abstrakter Vorstellung erahnt werden konnte. Zwei tief in den Fels gehauene sichelförmig angelegte Halsgräben, boten Schutz gegen Angreifer von der Albhochfläche. Viereckig angelegte Vertiefungen deuten auf Kellerräume hin. Nach dem Abstieg in das Roggental kam man zu einem ebenerdigen Höhleneingang, dem Mordloch, eine auf 4.382 m erforschte Klufthöhle. Sie ist die drittlängste Höhle auf der Schwäbischen Alb. Der Name der Höhle geht auf eine lokale Sage zurück, nach der vor einigen hundert Jahren ein Wilderer den Eybacher Schlossförster ermordet und dann in der Höhle versteckt haben soll.

In die „Obere Roggenmühle“, ein weithin bekanntes Ausflugslokal mit eigener Forellenzucht, kehrte man zu einer ausgiebigen Mittagsrast ein. Kaum dort angekommen setzte ein heftiger Gewitterschauer ein. Manch einer genoß die angebotenen Spezialitäten mit fangfrischen Forellen. Nach der Stärkung ging es auf leicht fallenden Wegen meist ohne Regen zurück nach Eybach, von wo aus man nach einer zurückgelegten Wanderstrecke von etwa 14 km wieder die Rückfahrt antrat. Nach einem schönen und eindrucksvollen Tag erreichte man wohlbehalten und zufrieden die heimischen Gefilde.

 

Christian Kreitz