Rückblick: 4-Tages-Wanderfahrt zum Kaiserstuhl

Die Wandertage der Ortsgruppe Bad Urach des Schwäbischen Albvereins im Kaiserstuhl waren so sehr vom Wetter begünstigt und wurden zu einem wunderschönen Erfolg für alle.

Am Donnerstag, 25. September starteten 25 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde zur Wanderfahrt in den Kaiserstuhl. Von Bad Urach aus ging es über die B 28, B 312 und B 27 auf die Autobahn A 8. Vor Karlsruhe wurde eine längere Pause eingelegt. Es gab zur Überraschung Metzinger Sekt und frische Brezeln.

Gestärkt fuhr man weiter auf die A5 bis Ausfahrt Bad Krozingen. Nun waren es noch wenige Kilometer bis zur Stadt Staufen im Markgräfler Land.

Eine kleine Wanderung führte die Wanderer durch Weinberge, auf teils steilem Weg, zur Burgruine Staufen hinauf, erbaut um 1100. Vom Bergfried aus genoss man die herrliche Aussicht in die Umgebung, die bis ins Elsass und Burgund reichte.

Es folgte ein Gang durch die historische und sehenswerte, auch sehr charmante Altstadt von Staufen. Eine wohlverdiente Kaffeepause schloss sich an.

Auf kurzer Fahrt durch Bad Krozingen wurde das Hotel, welches Standquartier der Wandergruppe war, in Schallstadt-Mengen angefahren. Bevor die Zimmer bezogen werden konnten, gab’s im Hotel einen Sektempfang. Zum Abendessen versammelte man sich im Restaurant des Hotels und ließ den Abend gemütlich bei einem Viertele Kaiserstühler Wein ausklingen.

Der zweite Tag begann mit einer Rundfahrt durch verschiedene Weinorte, wie Ihringen, vorbei am Arboretum in der Nähe des Badbergs mit Ziel Vogtsburg-Bickensohl. Dort verließ man den Bus und begann die vorgesehene, hochinteressante und landschaftlich sehr beeindruckende Wanderung auf dem „Lösshohlwegepfad“ rund um Bickensohl. Für die Wanderführung konnte ein Ehepaar der Ortsgruppe Staufen – Bad Krozingen des Schwarzwaldvereins gewonnen werden, welches eine so informative und interessante Führung ermöglichte, die mit vielen Hinweisen zu Pflanzen, der Landschaft, den Aussichten und Geschichte gewürzt war.

Der Wanderung schloss sich, nach wenigen Kilometer mit dem Bus, eine gemütliche, sehr humorvolle und informative Weinprobe in der Winzerkellerei Burkheim an, bei der fünf verschiedene Weine kredenzt wurden. Am Ende konnte, ja es wurde sogar, Wein gekauft werden.

Aus Sicht der Teilnehmer war dieser Wandertag der Höhepunkt des Aufenthalts im Kaiserstuhl.

Auch die Wanderung am dritten Tag von Burkheim aus durch Weinberge – die Weinlese war in vollem Gang – nach Jechtingen mit Besuch der dortigen Kirche aus der Barockzeit, die gerade für ein Kirchenfest geschmückt wurde, führte weiter zur Burg Sponeck. Hier konnte der geöffnete Privatgarten besichtigt werden, in dem noch Grundmauern eines früheren Kastells sichtbar waren. Auch geschichtliche Hintergründe, die zu den Herzögen von Württemberg und Mömpelgard führten, konnten dabei erwähnt und erhellt werden. Auf angenehm zu wandernden Waldwegen und wiederum durch Weinberge stieg die Wandergruppe zum „Haberberg“ hinauf und genoss die herrliche Fernsicht; konnte dabei wieder ein wenig verschnaufen. Durch Wald und asphaltierte Weinbergwege mit noch herrlichen Ausblicken zum Rhein, dem Rheinkanal und zu den Rheinauenwäldern ging’s zurück nach Burkheim. Die Wanderung endete mit dem Gang durch die historische und sehr charmante, heimelige Innenstadt von Burkheim, einem der schönsten Orte im Kaiserstuhl.

Anschließend wurde nach Breisach weitergefahren. Von dieser Stadt waren die Teilnehmer ebenfalls sehr begeistert. Nachdem der Durst gelöscht war, ging es hinauf zum Münster. Man versammelte sich zur Besichtigung der Kirche. Den kunstinteressierten Teilnehmern wurden vom Wanderführer die wichtigsten und interessantesten Kunstgegenstände, wie der Schnitzaltar im Hochchor des Hans Loy von 1520, der Sandsteinlettner, ein Meisterwerk spätgotischer Steinmetzkunst um 1490, die Renaissancekanzel von 1597, das Heilige Grab von 1517, der Reliquienschrein und Martin Schongauers Weltgericht von 1491 an der West-, Süd- und Nordwand gezeigt, sowie kunsthistorische und geschichtliche Erklärungen dazu abgegeben.

Nach dem Frühstück verabschiedete man sich am Sonntag im Hotel. Mit dem Bus ging es bei Sonnenschein durch Freiburg, das Höllental hinauf zum Titisee. Auf der Sonnenseite des Sees wurde gemütlich durch den Kurpark zum  Alemannenhof am Titisee spaziert. Auf der Sonnenterasse konnte der Aufenthalt und das Mittagessen genossen werden. Gegen später wurde die Wanderschar unterhalb des Hotels von einem Schiff abgeholt und zum Ausgangspunkt zurück gebracht.

Die Rückfahrt auf der B 31 und B 27 führte noch zu einem Abstecher nach Balingen-Dürrwangen ins „Haus der Volkskunst“, dem Kulturzentrum des Schwäbischen Albvereins. Manfred Stingel, der Leiter des Zentrums, führte durch die beiden Häuser und die sehr sehenswerte Ausstellung des schwäbischen Hirtenhorns.

In einem Hechinger Gasthof war die Schlusseinkehr, bevor es wieder ins Ermstal zurück ging.

Die Teilnehmer verabschiedeten sich begeistert nach einer schönen und erlebnisreichen, vom Wetter so begünstigten Wanderfahrt.

 

Eugen Kramer (E.K.)

Schwäbischer Albverein e. V., Ortsgruppe Bad Urach

Autor des Fotos ist ebenfalls Eugen Kramer