Rückblick: Wanderung im Eselsburger Tal

Zu Gast bei den „Steinernen Jungfrauen“

Das Eselsburger Tal, ein Talabschnitt im Brenztal bei Herbrechtigen, war kürzlich das Ziel der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins Bad Urach. Wie beliebt dieses Angebot war zeigte sich in einem voll besetzten Reisebus. Entgegen der Wettervorhersage gestaltete sich das Wetter als angenehmes Wanderwetter. Der Regenschirm blieb im Rucksack. Gegen Nachmittag kam sogar die Sonne heraus.

eselsburger-talMit dem Bus fuhr man zum Freizeitbad Jurawell in Herbrechtingen. Von dort aus ging es zunächst über den Höhenzug Buigen, der Name steht für „biegen“, ins Brenztal, wo man eine wunderschöne Aussicht zum Bindsteinfelsen, der Bindsteinmühle und der Domäne Falkenstein hatte. Auf dem Weg nach Anhausen wurde auf bunt bebilderten Tafeln über die Fauna und Flora im Brenztal informiert. Eine Gruppe Schwäne überflogen das Tal als seien sie extra bestellt. Das ehemalige Kloster in Anhausen, das heute nur noch weitgehend als landwirtschaftlich genutztes Anwesen betrieben wird, ließ die einstige Geschichte nur noch erahnen. An den Hangwäldern zeigten sich die Märzenbecher, auch Frühlingsknotenblumen genannt, noch in voller Pracht. An einigen Stellen blühten auch schon die Leberblümchen.

Die Bindsteinhütte bot mit ihren ausreichend überdachten Sitzgelegenheiten eine willkommene Gelegenheit zur ungestörten Mittagsrast. Die Hütte wird von der Bergwacht Herbrechtingen betreut und voraussichtlich am Palmsonntag wieder geöffnet. Flussabwärts informierte eine große Tafel über die Renaturierung der Brenz. An einigen Stellen konnte man die Folgen (Schäden durch Biberverbiss) der zunehmenden Biberansiedlung eindrucksvoll bestaunen. Am Ortsausgang von Eselsburg in Richtung Herbrechtingen wurde in dem Häuschen der ehemaligen Kläranlage ein Biberhaus eingerichtet, in dem man sich anhand eines naturgetreu nachgebauten Biberbaus über das versteckte Leben der Nager informieren konnte.

Im schönsten Talabschnitt mit den hügeligen Wachholderheiden und den übriggebliebenen Schwammstotzen des ehemaligen Jurameeres erreichte man die eindrucksvollen Felsnadeln der „Steinernen Jungfrauen“. Einer Sage nach soll ein unglückliches Burgfräulein ihren beiden Mägden den Flirt mit einem jungen Fischer nicht gegönnt und in ihrem Hass ausrufen haben „Werdet zu Stein! Das ist die Strafe für euren Ungehorsam“. Die Mädchen erstarten auf ihrer Flucht und stehen seitdem als Felsen, dem Wahrzeichen von Herbrechtingen, am Eisweiher.

In dem von der Autobahn abgelegenen Albgasthof in Bernstadt ließ man den Tag bei gemeinsamen Essen ausklingen. Gemessen an den vielen schönen Eindrücken und den vielen lobenden Worten kamen alle wieder wohlbehalten und zufrieden in heimische Regionen an.

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