Albvereinler wanderten auf dem „Knausbiraweg“

Unbeeindruckt von der schlechten Wettervorhersage mit viel Regen und mäßigen Temperaturen machten sich 20 Wanderer der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins Bad Urach auf zu einer Wanderung auf dem „Knausbiraweg“ bei Stuttgart-Hedelfingen. Mit dem Zug fuhr man zunächst bis nach Obertürkheim. Von dort aus ging es weiter mit dem Bus über die fast 1.000 m langen Otto Hirsch Brücken auf die andere Seite des Neckars nach Hedelfingen. Das Bangen während der Anreise war schnell vergessen. Denn pünktlich zum Start hörte der Regen auf und so blieb es den ganzen Tag. Nachmittags kam sogar die Sonne durch. Der etwa elf Kilometer lange Rundwanderweg wurde anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Ortsgruppe Hedelfingen des Schwäbischen Albvereins im Jahr 1990 eröffnet. Der Start des Rundwegs erfolgte am Hedelfinger Bezirksrathaus, an der Knausbira, einem Meisterstück von Thomas Bachmann, die über dem Tor des ehemaligen Feuerwehrmagazins hängt. Knausbira – das ist nicht nur der Name einer heimischen Birnensorte, so werden auch die Einwohner des Stadtbezirks Hedelfingen genannt. Diesen sagenumwobenen Spitznamen verdanken sie einer Verwechslung. Auf einer Wanderung durch die Obstgärten des Ortes hatten sich zwei Cousinen unter einen Baum voller Knausbira gesetzt und kosteten dort reichlich von dem Obst. Eine der beiden hatte ihre Brille vergessen und erwischte statt einer weiteren Birne eine Kröte. Seitdem werden die Hedelfinger im Volksmund „Knausbira“ genannt.

Nach dem ersten Anstieg hatte man den Ortsrand erreicht. Von dort aus bot sich eine schöne Aussicht auf Hedelfingen, die Neckarbrücken und Obertürkheim mit den gegenüberliegenden Ausläufern des Schurwaldes. Durch Kleingartenanlagen erreichte man nach einem weiteren Anstieg das Schützenhäusle. Hier hatte man die Betriebstemperatur erreicht und genoss die herrliche Aussicht mit Blick auf Hedelfingen, Mettingen und Esslingen sowie die Filder. Weiter ging es durch Weinberge mit den historische Trockenmauern und Schrebergärten Richtung Rohracker mit Blick auf den Fernsehturm und den Fernmeldeturm Frauenkopf. Beeindruckend waren die in Fischgratmuster angelegten Weinbergterrassen. Die Weinlese war bereits vorbei. Dem Laub fehlte allerdings noch die herbstlich bunte Färbung. Nach dem Abstieg durchs Dürrbachtal erreichte man den Ortsteil Rohracker. An einem am Weg liegenden Polder nahm man das Rucksackvesper ein. Nach Überquerung der viel befahrenen Filderauffahrt ging es durch Kleingartenanlagen vorbei an dem Stadtteil Lederberg ins Katzenbachtal. Unterwegs kam man an einem Tierfriedhof und der Martinsquelle vorbei. Ein stetiger Anstieg führte durch den Katzenbachwald auf die Hochfläche. Am Aussichtspunkt Weiler Spitz war die Aussicht wegen des fortgeschrittenen Bewuchses stark eingeschränkt.

Am Ende des Golfplatzes kam man an einem Knausbira-Baum vorbei, den die Ortsgruppe Hedelfingen im Jahre 1992 zum Tag des Baumes geplatzt hatte. Anhand einiger verbliebener Früchte konnte man sich einen Eindruck von dieser alten Obstsorte verschaffen. Zur Mittagsrast kehrte man im Club Restaurant am Golfplatz ein. Interessiert guckte man noch eine Weile dem Übungsbetrieb der Golfer zu. Nach der Einkehr ging es durch Kleingartenanlagen nur noch bergab zurück zum Ausgangspunkt. Anlässlich des verkaufsoffenen Knausbira-Sonntags bot sich die Gelegenheit die in der Alten Kirche bei einer Renovierung freigelegten Wandmalereien zu bewundern. Da man gut in der Zeit lag, konnte man noch den Rückweg bis zum Bahnhof Obertürkheim über die Neckarbrücken zu Fuß zurücklegen. In Bad Urach wieder wohlbehalten angekommen nutzte man noch den Rest des Apfelfestes für einen gemeinsamen Ausklang unter den Rathausarkaden bei Wein und Roter Wurst. Danach ging ein schöner Tag zu Ende und alle traten zufrieden ihren Heimweg an.

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Der Ermsgau feiert 125 Jahre

Die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins Bad Urach beteiligt sich am Sonntag, den 22. Oktober 2017 an der Sternwanderung und dem Festakt zum 125 jährigen Jubiläum des Ermsgau und der OG Donnstetten. Es werden drei Wanderungen mit Entfernungen zwischen 6 und 7 km angeboten. Beginn ist jeweils um 10:00 Uhr. Ab 12:00 Uhr gibt es Mittagessen in der Festhalle Donnstetten. Um 14:00 beginnt der Festakt mit Begrüßungen und kleinen Darbietungen.

Zur Bildung von Fahrgemeinschaften trifft man sich um 9:15 Uhr an der Festhalle in Bad Urach. Von dort aus fährt man zu den jeweiligen Ausgangspunkten in Böhringen, Zainingen oder Salzwinkel. Ein Bustransfer für die Fahrer zur Abholung ihrer PKW`s ist eingerichtet. Gäste sind wie immer willkommen. Weitere Auskünfte bei Bernd Flämig, Tel. 7125/7456.